Durchschlafstörungen

Du schläfst zwar ein, wachst aber mitten in der Nacht auf und liegst dann stundenlang wach? Oder du wirst mehrmals pro Nacht wach und fühlst dich morgens wie gerädert? Durchschlafstörungen sind mindestens genauso belastend wie Einschlafprobleme – und leider weit verbreitet. In diesem Beitrag erfährst du, warum wir nachts aufwachen und was du tun kannst, um endlich wieder durchzuschlafen.

Was sind Durchschlafstörungen?

Von Durchschlafstörungen spricht man, wenn du regelmäßig nachts aufwachst und dann länger als 30 Minuten brauchst, um wieder einzuschlafen. Auch sehr frühes Erwachen – zum Beispiel um 4 Uhr morgens ohne wieder einschlafen zu können – zählt dazu.

Wichtig zu wissen: Kurzes nächtliches Aufwachen ist völlig normal! Wir alle wachen pro Nacht mehrmals auf, meist ohne es zu bemerken. Problematisch wird es erst, wenn du richtig wach wirst, nicht mehr einschlafen kannst und dadurch am nächsten Tag beeinträchtigt bist.

💤 Wusstest du?

Ein gesunder Schlaf besteht aus 4-6 Schlafzyklen pro Nacht, die jeweils etwa 90 Minuten dauern. Zwischen diesen Zyklen wachen wir kurz auf – normalerweise so kurz, dass wir uns nicht daran erinnern. Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus aus der Evolution.

Durchschlafstörungen vs. Einschlafstörungen

Obwohl beides Schlafstörungen sind, unterscheiden sich die Ursachen und Lösungsansätze teilweise:

Einschlafstörungen Durchschlafstörungen
Probleme beim Einschlafen Nächtliches Aufwachen
Oft durch Stress & Grübeln Häufig körperliche Ursachen
Abendroutine besonders wichtig Gesamte Schlafhygiene entscheidend
Meist ein Faktor dominant Oft mehrere Faktoren kombiniert

Viele Menschen leiden übrigens unter beiden Problemen gleichzeitig. Die Strategien in diesem Artikel helfen in jedem Fall.

Die häufigsten Ursachen für nächtliches Aufwachen

Durchschlafstörungen haben oft andere Ursachen als Einschlafprobleme. Hier sind die wichtigsten Auslöser:

1. Stress und psychische Belastung

Auch wenn wir abends gut einschlafen, kann Stress den Schlaf in der zweiten Nachthälfte stören. Das liegt am Cortisol, unserem Stresshormon. Bei chronischem Stress ist der Cortisolspiegel auch nachts erhöht und kann uns aus dem Schlaf reißen – typischerweise zwischen 2 und 4 Uhr morgens.

2. Nächtlicher Harndrang (Nykturie)

Einer der häufigsten Gründe für nächtliches Aufwachen: Der Gang zur Toilette. Ab dem mittleren Alter nimmt die Blasenkapazität ab, und viele Menschen müssen nachts ein- oder mehrmals aufstehen. Trinken am späten Abend, Koffein und Alkohol verstärken das Problem.

3. Schlafapnoe und Atemprobleme

Bei Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf kurzzeitig aus. Das Gehirn registriert den Sauerstoffmangel und löst eine Weckreaktion aus. Betroffene wachen oft auf, ohne den Grund zu kennen – sie erinnern sich meist nicht an die Atemaussetzer. Starkes Schnarchen und ausgeprägte Tagesmüdigkeit sind typische Begleiterscheinungen.

4. Schmerzen und körperliche Beschwerden

Rückenschmerzen, Gelenkprobleme, Sodbrennen oder andere körperliche Beschwerden können uns aus dem Schlaf wecken. Oft werden Schmerzen nachts intensiver wahrgenommen, weil keine Ablenkung vorhanden ist.

5. Die falsche Schlafumgebung

Faktoren, die uns nachts wecken können:

  • Temperatur: Zu warm oder zu kalt
  • Lärm: Straßenverkehr, schnarchender Partner, Nachbarn
  • Licht: Straßenlaternen, Standby-Lichter, frühe Morgensonne
  • Matratze: Unbequem, durchgelegen, falsche Härte
  • Haustiere: Die im Bett schlafen und sich bewegen

6. Alkohol am Abend

Ein weit verbreiteter Irrtum: Alkohol hilft beim Schlafen. Ja, Alkohol kann das Einschlafen erleichtern. Aber: In der zweiten Nachthälfte, wenn der Alkohol abgebaut wird, kommt es zum sogenannten „Rebound-Effekt“. Der Schlaf wird flacher, unruhiger, und wir wachen häufiger auf.

7. Hormonelle Veränderungen

Besonders Frauen in den Wechseljahren kennen nächtliches Aufwachen durch Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Aber auch andere hormonelle Schwankungen – während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder bei Schilddrüsenproblemen – können den Schlaf stören.

8. Restless-Legs-Syndrom

Ein unangenehmes Kribbeln, Ziehen oder Bewegungsdrang in den Beinen, das typischerweise in Ruhe auftritt und durch Bewegung besser wird. Das Restless-Legs-Syndrom kann sowohl das Einschlafen erschweren als auch zu nächtlichem Aufwachen führen.

Die Schlafphasen verstehen

Um Durchschlafstörungen zu verstehen, hilft ein Blick auf unsere Schlafarchitektur:

Leichtschlaf (Phase 1 & 2)

Übergang vom Wachsein zum Schlafen. In dieser Phase werden wir noch leicht geweckt. Macht etwa 50% der Nacht aus.

Tiefschlaf (Phase 3 & 4)

Die wichtigste Phase für körperliche Erholung. Hier ist Aufwachen schwierig. Kommt vor allem in der ersten Nachthälfte vor.

REM-Schlaf (Traumschlaf)

Wichtig für geistige Erholung und Gedächtnisbildung. Nimmt in der zweiten Nachthälfte zu – deshalb wachen wir morgens oft aus Träumen auf.

Zwischen den Schlafzyklen (ca. alle 90 Minuten) befinden wir uns kurz in einem leichten Schlafstadium, in dem Aufwachen wahrscheinlicher ist. Wenn störende Faktoren wie eine volle Blase, Schmerzen oder Geräusche hinzukommen, werden wir in diesen Momenten richtig wach.

12 wirksame Strategien gegen Durchschlafstörungen

Mit diesen Maßnahmen kannst du deine Chancen auf eine erholsame Nacht deutlich verbessern:

1. Optimiere deine Schlafumgebung

Da wir zwischen den Schlafzyklen empfindlicher auf Störungen reagieren, ist eine optimale Schlafumgebung bei Durchschlafstörungen besonders wichtig:

  • Halte das Schlafzimmer kühl (16-18°C)
  • Sorge für absolute Dunkelheit (Verdunkelungsvorhänge, keine Standby-Lichter)
  • Nutze Ohrstöpsel oder eine White-Noise-Maschine bei Lärmbelastung
  • Überprüfe, ob deine Matratze noch den nötigen Komfort bietet

2. Etabliere einen regelmäßigen Schlafrhythmus

Geh jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und steh zur gleichen Zeit auf – auch am Wochenende. Ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus stärkt deine innere Uhr und sorgt für tieferen, stabileren Schlaf.

3. Reduziere Flüssigkeit am Abend

Wenn nächtlicher Harndrang ein Problem ist, trinke ab 18-19 Uhr weniger. Vermeide harntreibende Getränke wie Kaffee, Schwarztee und Alkohol am Abend komplett. Leere deine Blase direkt vor dem Schlafengehen.

4. Verzichte auf Alkohol

Auch wenn ein Glas Wein entspannend wirkt – für deinen Schlaf ist es Gift. Wenn du unter Durchschlafstörungen leidest, verzichte testweise für einige Wochen komplett auf Alkohol und beobachte, ob sich dein Schlaf verbessert.

5. Achte auf deine Abendmahlzeit

Iss nicht zu spät und nicht zu schwer. Fettiges Essen und große Portionen belasten die Verdauung und können zu unruhigem Schlaf führen. Vermeide auch scharfe Speisen, die Sodbrennen auslösen können.

6. Bewege dich tagsüber ausreichend

Regelmäßige körperliche Aktivität – idealerweise an der frischen Luft – fördert tiefen, stabilen Schlaf. Aber: Intensiver Sport sollte mindestens 3-4 Stunden vor dem Schlafengehen beendet sein.

7. Manage deinen Stress

Chronischer Stress ist ein Hauptfeind des Durchschlafens. Finde Wege, Stress abzubauen:

  • Regelmäßige Entspannungsübungen (Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung)
  • Tagebuch schreiben, um Gedanken zu ordnen
  • Probleme tagsüber aktiv angehen statt sie zu verdrängen
  • Grenzen setzen und Nein sagen lernen

8. Die richtige Strategie beim nächtlichen Aufwachen

Wenn du nachts aufwachst:

  • Bleib entspannt: Aufwachen ist normal, Panik macht es schlimmer
  • Schau nicht auf die Uhr: Das erzeugt nur Stress („Noch 4 Stunden bis der Wecker klingelt!“)
  • Bleib im Bett: Wenn du entspannt bist und glaubst, wieder einschlafen zu können
  • Steh auf: Wenn du nach 20-30 Minuten noch wach liegst und dich frustriert fühlst

9. Nutze Entspannungstechniken

Wenn du nachts wach liegst, können diese Techniken helfen:

  • 4-7-8-Atmung: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen
  • Body Scan: Gedanklich durch den Körper wandern und jeden Teil entspannen
  • Visualisierung: Einen ruhigen, angenehmen Ort vorstellen
  • Gedankenstopp: Bei Grübeln bewusst „Stopp“ denken und zu einer neutralen Vorstellung wechseln

10. Prüfe deine Medikamente

Manche Medikamente können Durchschlafstörungen verursachen oder verstärken. Dazu gehören bestimmte Blutdruckmittel, Antidepressiva, Kortison und Schilddrüsenhormone. Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst und unter Schlafproblemen leidest, sprich mit deinem Arzt über mögliche Zusammenhänge.

11. Investiere in eine gute Matratze

Eine unpassende Matratze kann dafür sorgen, dass du nachts häufiger die Position wechselst und dabei aufwachst. Die richtige Matratze sollte:

  • Deinen Körper gleichmäßig stützen
  • Druckpunkte an Schultern und Hüfte entlasten
  • Zu deiner bevorzugten Schlafposition passen
  • Nicht älter als 8-10 Jahre sein

12. Führe ein Schlaftagebuch

Notiere über 2-3 Wochen: Wann gehst du ins Bett? Wann wachst du auf? Wie oft und wie lange? Was hast du am Abend gegessen und getrunken? So erkennst du Muster und mögliche Auslöser.

⚠️ Wann ärztliche Abklärung wichtig ist

Suche einen Arzt auf, wenn: Die Durchschlafstörungen länger als 4 Wochen anhalten • Du tagsüber extrem müde bist • Dein Partner Atemaussetzer bei dir beobachtet • Du unter starkem Schnarchen leidest • Du zusätzlich unter depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen leidest • Die Schlafprobleme deine Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Wann kann eine Schlafuntersuchung sinnvoll sein?

Bei anhaltenden Durchschlafstörungen ohne erkennbare Ursache kann eine Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie) Klarheit bringen. Dabei werden während einer Nacht Hirnströme, Atmung, Herzfrequenz und Muskelaktivität aufgezeichnet. So können Erkrankungen wie Schlafapnoe oder periodische Beinbewegungen im Schlaf diagnostiziert werden.

Alternativ gibt es mittlerweile auch ambulante Schlafscreenings, die du zu Hause durchführen kannst. Sprich mit deinem Hausarzt über die Möglichkeiten.

Fazit: Durchschlafen ist erlernbar

Durchschlafstörungen können sehr belastend sein, aber sie sind in den meisten Fällen gut behandelbar. Der Schlüssel liegt darin, die individuelle Ursache zu finden und gezielt anzugehen. Bei manchen ist es die Schlafumgebung, bei anderen der Stress, bei wieder anderen eine behandelbare Erkrankung.

Gib dir Zeit – Schlafgewohnheiten ändern sich nicht über Nacht. Aber mit Geduld und den richtigen Strategien kannst du wieder zu erholsamem, durchgehendem Schlaf finden.

Erholsamer Schlaf ist dein Geburtsrecht. Hol ihn dir zurück!

💡 Tipp von Sarah

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