Wachst du morgens mit Rückenschmerzen auf, obwohl du Seitenschläfer bist – die eigentlich gesündeste Schlafposition? Dann liegt das Problem möglicherweise bei deiner Matratze. Als Seitenschläfer hast du besondere Anforderungen an deine Schlafunterlage, denn Schultern und Hüfte müssen richtig einsinken können, während die Wirbelsäule optimal gestützt wird.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, worauf es bei der Matratzenwahl wirklich ankommt, welche Modelle 2025 von Stiftung Warentest empfohlen werden und wie du die perfekte Matratze für deinen Körpertyp findest.
✓ Auf einen Blick: Die wichtigsten Erkenntnisse
- Härtegrad H2-H3 ist ideal für die meisten Seitenschläfer
- 7-Zonen-Aufbau sorgt für gezielte Entlastung von Schulter und Hüfte
- Empfohlene Matratzenhöhe: 18-22 cm für ausreichendes Einsinken
- Stiftung Warentest Testsieger 2025: f.a.n. Medisan Plus KS und Breckle Flex Air
Warum Seitenschläfer besondere Anforderungen haben
Die Seitenlage ist die beliebteste Schlafposition – etwa 60% aller Menschen schlafen bevorzugt auf der Seite. Das hat gute Gründe: Die Seitenlage entlastet die Wirbelsäule und kann Schnarchen reduzieren. Allerdings entstehen in dieser Position auch besondere Druckpunkte.
Das Problem: Druckpunkte an Schulter und Hüfte
Wenn du auf der Seite liegst, ruht dein gesamtes Körpergewicht auf relativ kleinen Flächen – hauptsächlich Schulter und Hüfte. Diese Bereiche müssen in die Matratze einsinken können, damit deine Wirbelsäule eine gerade Linie bildet.
Diese Eigenschaften muss eine Seitenschläfer-Matratze haben
1. Der richtige Härtegrad
Für Seitenschläfer mit Rückenschmerzen empfehlen Experten einen mittleren bis weichen Härtegrad (H2-H3). Eine zu harte Matratze verhindert das notwendige Einsinken von Schulter und Becken, während eine zu weiche Matratze die Wirbelsäule nicht ausreichend stützt.
Orientierungstabelle: Härtegrad nach Körpergewicht
| Körpergewicht | Empfohlener Härtegrad | Bezeichnung |
|---|---|---|
| bis 60 kg | H1 | Weich |
| 60-80 kg | H2 | Mittel |
| 80-100 kg | H3 | Fest |
| über 100 kg | H4 | Extra fest |
⚠️ Wichtiger Hinweis: Härtegrade sind nicht genormt. Ein H3 bei einem Hersteller kann sich deutlich anders anfühlen als bei einem anderen. Nutze daher unbedingt die Probeschlafen-Angebote der Hersteller.
2. Zonierung und Punktelastizität
Eine 7-Zonen-Matratze bietet unterschiedliche Festigkeiten für verschiedene Körperbereiche. Besonders wichtig für Seitenschläfer: Die Schulterzone sollte besonders nachgiebig sein, damit die Schulter tief einsinken kann. Die Mittelzone hingegen muss fester sein, um die Lendenwirbelsäule zu stützen.
Punktelastische Matratzen geben nur dort nach, wo sie belastet werden – im Gegensatz zu flächenelastischen Matratzen, die großflächig einsinken. Für Seitenschläfer ist Punktelastizität besonders vorteilhaft, da sie ein gezieltes Einsinken der Schulter ermöglicht.
3. Die passende Matratzenhöhe
Für Seitenschläfer ist eine Matratze mit mindestens 18-22 cm Höhe empfehlenswert. Bei geringerer Höhe fehlt oft der nötige Spielraum für das Einsinken von Schulter und Hüfte, ohne dass man auf den Lattenrost durchliegt.
Matratzentypen im Vergleich: Was eignet sich für Seitenschläfer?
Kaltschaummatratzen
✓ Vorteile
- Hervorragende Punktelastizität
- Gute Anpassung an die Körperkontur
- Atmungsaktiv durch offenporige Struktur
- Verschiedene Härtezonen möglich
✗ Nachteile
- Kann anfänglich einen Eigengeruch haben
- Geruch verfliegt nach einigen Tagen
Fazit: Sehr gut geeignet für Seitenschläfer mit Rückenschmerzen.
Viscoschaummatratzen (Memory Foam)
✓ Vorteile
- Exzellente Druckentlastung
- Passt sich durch Körperwärme an
- Minimiert Bewegungsübertragung
- Ideal für Paare
✗ Nachteile
- Speichert Wärme
- Problematisch bei starkem Schwitzen
- Reagiert träge auf Positionswechsel
Fazit: Gut geeignet für Seitenschläfer, die nicht stark schwitzen.
Taschenfederkernmatratzen
✓ Vorteile
- Sehr gute Belüftung
- Hohe Stützwirkung
- Langlebig
- Gute Punktelastizität
✗ Nachteile
- Meist höherer Preis
- Schwerer als Schaummatratzen
Fazit: Hervorragend für Seitenschläfer, besonders bei höherem Körpergewicht.
Hybridmatratzen
✓ Vorteile
- Kombinieren Vorteile von Federkern und Schaum
- Stützung und Belüftung vom Federkern
- Druckentlastung und Anpassung vom Schaum
- Optimal ausbalanciertes Liegegefühl
✗ Nachteile
- Oft in der höheren Preisklasse
Fazit: Sehr empfehlenswert für Seitenschläfer mit Rückenschmerzen – die beste Kombination aus beiden Welten.
Stiftung Warentest 2025: Die aktuellen Testsieger
Die Stiftung Warentest hat 2025 ihr Testverfahren überarbeitet und testet nun mit sieben verschiedenen Körpertypen in Seiten- und Rückenlage. Hier sind die aktuellen Empfehlungen für Seitenschläfer:
| Matratze | Typ | Preis (ca.) | Testnote | Höhe |
|---|---|---|---|---|
| f.a.n. Medisan Plus KS | Kaltschaum | ab 399 € | 2,2 (Gut) | 18 cm |
| Breckle Weida Flex Air | Taschenfederkern | ab 300 € | 2,2 (Gut) | 19 cm |
| Ravensberger Komfort-SAN | Kaltschaum | ab 350 € | 2,2 (Gut) | 18 cm |
| Emma 25 Flip | Duo-Schaum | ab 449 € | 1,7 (Gut) | 25 cm |
| Bodyguard Anti-Kartell | Duo-Kaltschaum | ab 199 € | 1,6 (Gut) | 18 cm |
Preise Stand November 2025, Größe 90×200 cm.
Praktische Tipps für den Matratzenkauf
Das Probeschlafen nutzen
Die meisten Online-Matratzenhersteller bieten 100 Nächte Probeschlafen an. Nutze dieses Angebot unbedingt! Dein Körper braucht etwa 2-4 Wochen, um sich an eine neue Matratze zu gewöhnen. Ein kurzes Probeliegen im Geschäft kann niemals die gleiche Aussagekraft haben wie mehrere Wochen tatsächliches Schlafen.
Der Lattenrost macht den Unterschied
Ein guter Lattenrost kann die Eigenschaften deiner Matratze unterstützen. Für Seitenschläfer empfehlen sich verstellbare Lattenroste, bei denen der Schulterbereich weicher eingestellt werden kann. Die Stiftung Warentest hat jedoch festgestellt, dass einfache starre Lattenroste oft ausreichen – teure Modelle bringen selten einen echten Mehrwert.
Das richtige Kopfkissen nicht vergessen
Als Seitenschläfer benötigst du ein Kissen, das den Raum zwischen Schulter und Kopf ausfüllt, damit deine Halswirbelsäule gerade liegt. Je tiefer du in die Matratze einsinkst, desto niedriger sollte dein Kissen sein. Höhenverstellbare Kissen sind ideal, da du sie an deine neue Matratze anpassen kannst.
Wann solltest du deine Matratze wechseln?
Experten empfehlen, die Matratze alle 7-10 Jahre zu wechseln. Aber es gibt deutliche Warnsignale, dass ein Wechsel früher nötig sein könnte:
- Du wachst regelmäßig mit Rückenschmerzen auf, die tagsüber verschwinden
- Sichtbare Kuhlen oder Dellen in der Matratze
- Die Matratze quietscht oder knarrt bei Bewegung
- Du schläfst in Hotels oder bei Freunden besser als zuhause
- Vermehrte Allergiesymptome (Hausstaubmilben sammeln sich mit der Zeit)
Fazit: So findest du deine perfekte Matratze
Die Suche nach der richtigen Matratze für Seitenschläfer mit Rückenschmerzen muss nicht kompliziert sein. Achte auf einen mittleren Härtegrad (H2-H3), wähle eine Matratze mit guter Zonierung und ausreichender Höhe (mindestens 18 cm), und nutze unbedingt die Probeschlafen-Angebote der Hersteller.
Die aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest – wie die f.a.n. Medisan Plus KS oder die Bodyguard Anti-Kartell-Matratze – bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind für die meisten Seitenschläfer gut geeignet. Aber vergiss nicht: Die beste Matratze ist die, auf der du dich wohlfühlst.
Du hast Fragen zur Matratzenwahl?
Schreib uns in den Kommentaren oder schau dir unsere weiteren Ratgeber zu Schlafproblemen, Kissen und Lattenrosten an!