Federkernmatratze: Atmungsaktiv, stabil & ideal für Schwitzer

Federkernmatratzen sind die Klassiker unter den Matratzen und nach wie vor extrem beliebt. Ihre Stärke: die hervorragende Belüftung durch die Luftzirkulation zwischen den Federn. Besonders für Menschen, die nachts schwitzen, sind sie eine ausgezeichnete Wahl. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die verschiedenen Federkerntypen und für wen sich welche Variante eignet.

Die drei Federkerntypen im Überblick

Nicht jede Federkernmatratze ist gleich. Es gibt drei grundlegende Typen, die sich in Aufbau, Komfort und Preis deutlich unterscheiden:

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Bonellfederkern

Taillenförmige Federn, miteinander verbunden. Flächenelastisch.

Günstig
📦

Taschenfederkern

Einzelne Federn in Stofftaschen verpackt. Punktelastisch.

Empfohlen
🛢️

Tonnentaschen- federkern

Bauchige Federn in Taschen. Premium-Punktelastizität.

Premium

Bonellfederkern: Der Klassiker

Bonellfederkernmatratzen sind die günstigste Variante. Die taillenförmigen Stahlfedern sind miteinander verbunden, wodurch die Matratze flächenelastisch reagiert – drückst du an einer Stelle, gibt die gesamte Fläche nach. Für Einzelpersonen kann das ausreichend sein, für Paare ist es weniger ideal.

Taschenfederkern: Die goldene Mitte

Beim Taschenfederkern ist jede Feder einzeln in eine Stofftasche eingenäht. Das Ergebnis: Punktelastizität. Jede Feder reagiert unabhängig auf Druck. Das verbessert die Körperanpassung erheblich und reduziert die Bewegungsübertragung – ideal für Paare mit unterschiedlichen Schlafrhythmen.

Tonnentaschenfederkern: Die Premium-Variante

Die Königsklasse unter den Federkernmatratzen. Die bauchig geformten Federn (daher "Tonnen") bieten die beste Punktelastizität und passen sich noch präziser an den Körper an. Besonders für Menschen mit höherem Körpergewicht ist der Tonnentaschenfederkern empfehlenswert.

Eigenschaft Bonell Taschenfederkern Tonnentaschen
Punktelastizität ⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐
Federanzahl (pro m²) 150–250 500–1.000 500–1.500
Für Paare Bedingt Gut Sehr gut
Preis (90x200) 100–200 € 200–500 € 300–800 €

Vorteile und Nachteile

✓ Vorteile

  • Ausgezeichnete Belüftung & Klimaregulierung
  • Ideal für Menschen, die nachts schwitzen
  • Hohe Stabilität & Langlebigkeit
  • Gute Stützung bei höherem Körpergewicht
  • Lange Haltbarkeit (10–15 Jahre)
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

✗ Nachteile

  • Weniger punktelastisch als Schaummatratzen
  • Kann bei Bewegung Geräusche machen
  • Schwerer als Schaummatratzen
  • Nicht für verstellbare Lattenroste geeignet
  • Federn können bei minderer Qualität durchdrücken

Für wen sind Federkernmatratzen geeignet?

Menschen, die nachts schwitzen

Der größte Vorteil von Federkernmatratzen ist die exzellente Belüftung. Die Hohlräume zwischen den Federn ermöglichen eine konstante Luftzirkulation. Körperwärme und Feuchtigkeit werden effektiv abtransportiert – perfekt für Schwitzer.

Personen mit höherem Körpergewicht

Federkernmatratzen, besonders Tonnentaschenfederkern, bieten stabile Unterstützung auch bei Gewichten über 100 kg. Sie sinken nicht so stark ein wie Schaummatratzen und behalten ihre Form über viele Jahre.

Rücken- und Bauchschläfer

Die feste, stützende Oberfläche von Federkernmatratzen verhindert ein übermäßiges Einsinken des Beckens – wichtig für eine gesunde Wirbelsäulenposition bei Rücken- und Bauchschläfern.

Paare (bei Taschenfederkern)

Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen übertragen weniger Bewegungen auf den Partner. Wenn einer sich dreht, bleibt der andere ungestört.

Worauf beim Kauf achten? Die Federanzahl

Bei Taschenfederkernmatratzen ist die Federanzahl pro Quadratmeter ein wichtiges Qualitätsmerkmal:

  • Unter 500 Federn/m²: Einstiegsmodelle, eingeschränkte Punktelastizität
  • 500–700 Federn/m²: Gute Qualität für den täglichen Gebrauch
  • 700–1.000 Federn/m²: Sehr gute Punktelastizität und Komfort
  • Über 1.000 Federn/m²: Premium-Qualität für höchste Ansprüche
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Unser Tipp

Mehr Federn bedeuten nicht automatisch mehr Komfort. Ab ca. 1.000 Federn/m² sind die Unterschiede kaum noch spürbar. Wichtiger ist die Qualität des Stahls und die Verarbeitung der Taschen.

Der richtige Lattenrost für Federkernmatratzen

Wichtig: Federkernmatratzen sollten auf einem starren oder nur leicht verstellbaren Lattenrost liegen. Motorisch verstellbare Lattenroste mit starker Neigung sind nicht geeignet – die Biegung kann die Federn beschädigen.

Der ideale Lattenrost für Federkernmatratzen hat:

  • Starre oder nur manuell verstellbare Konstruktion
  • Leistenabstand von maximal 5 cm
  • Stabile Latten, die das Gewicht gleichmäßig verteilen

Mehr zum Thema in unserem Lattenrost-Ratgeber.

Pflege und Lebensdauer

Federkernmatratzen sind pflegeleicht und langlebig (10–15 Jahre bei guter Qualität):

  • Regelmäßig drehen: Alle 2–3 Monate von Kopf zu Fuß drehen. Die meisten Federkernmatratzen müssen nicht gewendet werden.
  • Bezug waschen: Den abnehmbaren Bezug alle 2–3 Monate bei 60°C waschen.
  • Lüften: Morgens die Bettdecke zurückschlagen und für Luftaustausch sorgen.
  • Nicht knicken: Federkernmatratzen sollten nicht geknickt oder gerollt werden – das kann die Federn beschädigen.

Fazit: Für wen lohnt sich eine Federkernmatratze?

Federkernmatratzen sind die perfekte Wahl für Menschen, die eine kühle, gut belüftete Schlafumgebung bevorzugen. Besonders empfehlenswert sind sie für:

  • Personen, die nachts zum Schwitzen neigen
  • Menschen mit höherem Körpergewicht (100+ kg)
  • Rücken- und Bauchschläfer
  • Paare (Taschenfederkern)

Für Seitenschläfer, die eine sehr anpassungsfähige Matratze suchen, sind Kaltschaummatratzen oder Latexmatratzen möglicherweise die bessere Wahl. Eine gute Kombination aus beidem bieten Hybridmatratzen.